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Lagerbericht Handballlager Wattwil HC Bruggen 2025

Nun ist es so weit und das langersehnte Lieblingslager steht vor der Tür. Schon am Bahnhof St. Gallen spürte man die Vorfreude. Alle standen mit gepackten Taschen bereit, voller Energie und Erwartungen an ein unvergessliches Trainingsweekend in Wattwil. Lachen, Umarmungen und erste kleine Spässe machten die Wartezeit kurz, und als der Zug schliesslich einrollte, wusste jeder: Jetzt geht’s los!

Donnerstag

Gleich nach der Ankunft in Wattwil starteten wir mit einer Schnitzeljagd durch den Wald. Unterwegs stellte sich die grosse Frage: Heisst es nun Schnitzeljagd oder Schnipseljagd? Soviel sei verraten, die Frage konnte nicht abschliessend geklärt werden. Nach spannenden Rätseln und Spielen unterwegs erreichten wir eine Feuerstelle, wo wir gemeinsam das Mittagessen zubereiteten.

Gut gestärkt ging es zurück – Zeit, die Zimmer zu beziehen, Matratzentürme bis fast unter die Decke zu bauen und sich fürs erste Training bereit zu machen. Man freute sich auf das Training aber wusste auch „Oh das wird streng in den nächsten Tagen“. Eines der Highlights war Lucas Versuch, den Ball auf einen höheren Boden zu werfen – und als er es schaffte, jubelte er so laut, dass alle zusammenzuckten. Die friedliche Stille war damit abrupt vorbei. Nach der ersten erfolgreichen Trainingseinheit ging es frischgeduscht zum Abendessen. Wie erwartet kam das Essen bei allen sehr gut an und man konnte sich auf drei weitere Tage leckeres Essen freuen.

An diesem Abend war Spiel und Spass draussen hinter unserer Halle angesagt. Da fand eine kleine Aktion mit Massimo statt: Auf dem roten Platz kam es zu einer leicht gereizten Stimmung zwischen SG Wattwil und unseren Spielern. Doch als Massimo bei einem Wattwiler ein Inter-Mailand-Trikot entdeckte, kippte die Stimmung ins Positive – Fans beider Seiten verbanden sich, und Massimo coachte kurzerhand die Wattwiler Mannschaft. Am Ende war alles wieder friedlich. Beim „Zauber-Cube“ traten Bibi & Tina gegen Harry Potter an – Luca lief zu Höchstform auf, schmetterte Zaubersprüche und Beschwörungen durch die Gegend und zog alle in seinen Bann. Danach ging es sportlich weiter: Pingpong – allerdings in einer ganz eigenen Version, denn Leiter und Teilnehmer spielten mit Adiletten.

Mit der Aussage von Elias eine Banane sei ein „Affegipfeli“ konnten wir den ersten Tag beenden und gingen erschöpft ins Bett bzw. kletterten auf die Matratzentürme.

Freitag

Der Tag startete mit witzigen Vertrauensspielen der FU16/18 mit Luca. Danach erzählte Jael von ihrer ersten „Arbeitswoche“ auf dem Bau. Nach Aussage dass sie nicht auf den Bau gehöre, bewies sie dass sie sehr wohl dazugehört und demonstrierte uns kurzerhand wie sie ihr gesamtes Lagergepäck einhändig über Kopf und Rücken schleuderte. Einstimmiges Urteil: Sie ist definitiv richtig auf dem Bau! Eine hitzige Diskussion entbrannte später: „Schreiner ist kein Zimmermann“ – diese Aussage spaltete die Gemüter der Leiter.

Laurel sorgte an diesem Tag auch noch für lustige Momente als er bei einem Handballmatch 11:11 spielen wollte, bis er merkte, dass Handball eigentlich mit maximal 6:6 gespielt wird. Sein Fazit: „Ich bin mich doch nicht gewohnt, dass so viele Kinder im Training sind – ich kann immer alle aufs Feld schicken.“ Die Kirsche auf der Torte war aber als Laurel kurze Zeit später in einem Pfosten lief – zum Glück „fade grad“.

Nach weiteren Trainings und einem stärkenden Mittagessen ging es für alle in die Badi. Mit dem Ottoswagen wurde das Essen in die Badi gebracht und die Leiter bewiesen ihre Kunst im Turmspringen. Nur bei Janis hat es einmal etwas lauter geklatscht :)

Vor dem zu Bett gehen wurde dann der Aussenplatz rund um die Unterkunft wieder in Beschlag genommen. Da wurde auch der Pumptrack ausgiebig befahren. Für das Ausborgen der Scooter mussten Laurel und Kilian in harte Verhandlungen mit der Scootercrew. Mit Verhandlungsgeschick konnten so zwei Schokoladentafeln raus geschlagen werden. Es folgte eine Lovestory mit vollem Körpereinsatz der Scootercrew, bis hin zum Pyramidenbau, für die Kuplungsshow.

Der Freitagabend war geprägt von fröhlichem Lachen, sportlichem Ehrgeiz und vielen kleinen Geschichten, die noch lange weitererzählt werden.

Samstag

Am dritten Tag gab es noch einmal Action. Noah philosophierte darüber, dass das Militär schon bald komme – und entschied: „Nai, i sege nai.“ Dann versagte auch noch die Abwaschmaschine. Die Leiter versuchten stundenlang, das Problem zu lösen. Bei einem „Einbruchsversuch“ auf der Suche nach neuem Spülmittel wurde Luca von einem Scharnier am Kopf getroffen – die Beule war beeindruckend. Annett kommentierte trocken: „Im Film hätte man es nicht besser machen können.“

Auf dem Handballfeld kam es zu einem grossen Fight zwischen Mädels und Jungs. Nach 30 Minuten stand es 12:20 für die Jungs. Kamerafrau Annett begleitete das Spiel vom Skateboard aus – immer auf Ballhöhe – vergaß dabei jedoch die Kamera.

Finley bewies einmal mehr seine Verhandlungskunst – seine stärkste Waffe: Mate. Allerdings war die Erfolgsquote ausbaufähig. Silvia hingegen versuchte, ihre Zeichnungskunst neu via Trinkflaschen der Junioren zu vermarkten und hatte zudem Premiere: Zum ersten Mal schnitt sie einem Kind die Fussnägel.

Zwischendurch zeigte die FU14 ihren besonderen Humor: Statt sich vor Kraftübungen zu drücken, wählten sie freiwillig minutenlanges Wandsitzen – völlig entspannt – während die U13 dabei fast zusammenbrach. Auf einem Fussmarsch kam es dann zu einer filmreifen Szene: Ein Velo kam von hinten, ein Pfiff, ein stummer Befehl – und alle folgten. Die Velofahrerin war beeindruckt und lobte die gute Erziehung. Und dann war da noch die mysteriöse Isabelle. Niemand weiss, wer sie ist, doch Enyo hat lange mit ihr gesprochen.

Und so endete der actionreiche Samstag mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es morgen leider schon wieder zu Ende ist.

Sonntag – Abreisetag

Am letzten Tag merkte man, dass die Energiereserven etwas kleiner waren – aber trotzdem gaben alle noch einmal Vollgas. Die Zimmer wurden aufgeräumt, alle Ämtlis gewissenhaft erledigt und die Unterkunft blitzeblank hinterlassen.

Vor dem Mittagessen fand noch ein grosses Spielturnier mit 7 Mannschaften statt. Gespielt wurde Minihandball, Basketball und Unihockey. Ein besonderes Highlight war der kurze Minihandball-Match Trainer gegen Trainer – alle Kinder schauten gespannt zu, und viele Trainer schwitzten in dieser kurzen Zeit wahrscheinlich mehr als einige Spieler im ganzen Turnier.

Nach dem Mittagessen hiess es dann Abschied nehmen. Mit dem Zug ging es zurück nach St. Gallen. Am Bahnhof wurden die Kinder herzlich von den Trainern verabschiedet und von ihren Eltern in Empfang genommen – mit Umarmungen, Lachen und den ersten Erzählungen über die vielen Erlebnisse.

Fazit

Das Handballlager in Wattwil war wieder einmal ein voller Erfolg. Wir haben gelacht, gespielt, diskutiert, trainiert und vor allem unzählige Erinnerungen gesammelt. Die Kinder haben neue Freundschaften geschlossen, Mut bewiesen, ihre sportlichen Fähigkeiten verbessert und gelernt, wie wichtig Teamgeist ist. Es war ein Wochenende, das uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird – voller Momente, die man nicht planen kann und die genau deshalb so besonders sind. Ein Lager, das man so schnell nicht vergisst!

Vielen Dank an alle Trainer, die super Küche, die motivierten Kinder und alle die in irgendeiner Weise mitgeholfen haben, für dieses tolle Trainingslager in Wattwil.

Autor: Kilian Lieberherr